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Wut bei Kindern

Was steckt wirklich hinter der Wut deines Kindes?

Dein Kind, egal ob es ein Kleinkind oder schon ein Schulkind, ist oft wütend und du weißt nicht mehr, wie du umgehen sollst?

Dann lass uns in diesem Blogbeitrag gemeinsam da hin schauen, was hinter der Wut stecken kann. Denn hinter der Wut steckt immer ein unerfülltes Bedürfnis bzw. ein Gefühl, das gesehen werden möchte.

Doch bevor ich darauf eingehe, möchte ich erst darüber sprechen, was Wut eigentlich ist.

Was ist Wut?

Wut = eine natürliche, menschliche Emotion
Wie bei jedem anderen Gefühl ist es wichtig, dass die Wut da sein darf und gefühlt wird.

In unserer Gesellschaft ist Wut sehr negativ behaftet und die wenigsten Erwachsenen haben einen gesunden Umgang mit ihrer eigenen Wut.
Das kann sich in in unkontrollierten Wutausbrüchen oder aber auch, indem die Wut nicht zugelassen und unterdrückt wird, zeigen. Menschen, die behaupten nie wütend zu sein, unterdrücken in Wahrheit ihre Wut.

Aber auch das ist kein gesunder Umgang mit der eigenen Wut, denn wird sie unterdrückt, wirkt sie im Unterbewusstsein und von dort wirkt sie noch viel stärker.
Das kann sich in passiv-aggressivem Verhalten äußern, es kann aber auch zu körperlichen Symptomen, wie zB erhöhter Blutdruck, beschleunigte Herzfrequenz, Verspannung und schnellere Atmung führen. Außerdem kann unterdrückte Wut auch emotionale Auswirkungen haben und sogar zu Depressionen führen.

Deswegen ist es ganz wichtig, dass unsere Kinder einen gesunden Umgang mit der Wut lernen. Das können sie jedoch nur, wenn auch die Eltern sich mit ihrer eigenen Wut auseinandersetzen und neue Wege finden mit ihr umzugehen.

Eigene Wutmuster erkennen

Wie gehst du mit deiner eigenen wut um?

Damit du selbst einen gesunden Umgang mit deiner Wut finden kannst ist es wichtig, dass du dir deiner eigenen Wutmuster bewusst wirst.

Dafür möchte ich dich einladen dir eine halbe Stunde Zeit zu nehmen und dir folgende Fragen zu beantworten:

  • Was macht dich wütend?
  • Wie zeigt sich deine Wut? Wie verhältst du dich, wenn du wütend bist?
  • Wie geht es dir mit deiner Wut? Erlaubst du dir wütend zu sein?
  • Durftest du als Kind wütend sein?
  • Wie haben sich deine Eltern verhalten, wenn sie wütend waren?
  • Wie haben deine Eltern reagiert wenn du wütend warst?
  • Wie reagierst du, wenn dein Kind wütend ist? 
  • Was löst die Wut deines Kindes in dir aus?
gesunder Umgang mit Wut

Vielleicht erkennst du schon während du die Fragen für dich beantwortest, das eine oder andere Muster oder hast erste Erkenntnisse. Wenn nicht, macht das auch nichts, dann schau jetzt genauer hin:

  • Erkennst du Parallelen zwischen dem Verhalten deiner Eltern und deinem eigenen? Oder verhältst du dich vielleicht sogar ganz anders als deine Eltern damals?
  • Reagierst du heute genauso wie deine Eltern damals, wenn dein Kind wütend ist?
  • Wie verhält sich dein Kind, wenn es wütend ist? Zeigt es seine Wut so wie du es machst, oder lebt es vielleicht deine unterdrückte Wut aus?

Eines darfst du dir bewusst machen: unsere Kinder zeigen uns mit ihrem Verhalten sehr viel über unser eigenes Verhalten auf! Unsere Kinder sind oft unser Spiegel, denn ihr Energiefeld noch sehr offen und sie nehmen alle Emotionen in ihrer Umgebung ungefiltert auf. So können wir durch unsere Kinder vile über uns selbst lernen und erfahren!

Ein beispiel aus meinem leben

Ich selbst kenne das nur zu gut – meine Tochter spiegelt mir sofort, wenn ich nicht in meiner Energie bin!

Auch ich habe hin und wieder Tage an denen ich mit dem falschen Fuß aufgestanden bin und in der Früh schon knatschig bin. Du kannst dir sicher sein, dass an diesem Tag auch meine Tochter schlecht gelaunt ist und mir das auch sehr deutlich zeigt! Aber dann weiß ich auch gleich, warum das so ist.

Welche Bedürfnisse stecken hinter der Wut meines Kindes?

Wenn dein Kind häufig Wutausbrüche hat lohnt es sich zu schauen, was hinter der Wut stecken könnte. Denn eines ist klar: hinter der Wut steckt IMMER ein unerfülltes Bedürfnis bzw. ein Gefühl, das gesehen werden will.

Mein Kind ist oft wütend

Bedürfnis nach Autonomie und Selbstbestimmung

Wutausbrüche kommen oft vermehrt in den Autonomiephase vor, weil da das Bedürfnis nach Selbstbestimmung am Größten ist.

Im Laufe der Kindheit gibt es 3 verschiedene Autonomiephasen:

  • Kleinkind-Autonomiephase (ca. 1,5 Jahre – 5 Jahre*)
  • Wackelzahnpubertät (ca. 5 Jahre – 8 Jahre*)
  • Pubertät (ab ca. 10-12 Jahre für 4 – 6 Jahre*)

Es ist ganz natürlich, dass Kinder im Laufe ihrer Entwicklung nach Autonomie und Selbstbestimmung streben. Wird dieses Bedürfnis nicht erfüllt, zeigt sich das oft in einem Wutausbruch.

* Die Altersangaben sind nur Richtwerte und können bei deinem Kind abweichen.

Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und "Gesehen" werden

Auch wenn Wutausbrüche eher zu negativer Aufmerksamkeit führen, kann genau dieses Bedürfnis dahinter stecken – denn auch negative Aufmerksamkeit IST Aufmerksamkeit!

Kinder haben das Bedürfnis gesehen zu werden, wenn das nicht erfüllt wird, kann es sein, dass sie sich die gewünschte Aufmerksamkeit holen, indem sie wütend sind, denn DANN bekommen sie diese!

Bedürfnis nach bedingungsloser Liebe und Nähe

Damit sich ein Kind emotional gut entwickeln kann, braucht es das Gefühl bedingungslos geliebt zu werden. Fehlt ihm diese Liebe und die körperliche und auch emotionale Nähe, kann sich das in häufigen Wutausbrüchen zeigen.

Unerfüllte Grundbedürfnisse

Gar nicht so selten steckt auch ein unerfülltes Grundbedürfnis wie, Hunger, Durst oder Müdigkeit, hinter der Wut. Und das nicht nur bei Kindern – auch bei Erwachsenen!

Ich kenne das selbst auch ganz gut: wenn ich im Urlaub viel unterwegs bin und plötzlich grantig werde, weiß ich mittlerweile dass ich eine Pause und etwas zu essen und zu trinken brauche! Und so geht es auch unseren Kindern – deswegen achte auch darauf ob der Körper gut versorgt ist!

Emotionen die hinter der Wut stecken

Die unerfüllten Bedürfnisse deines Kindes lösen Gefühle in ihm aus, die es oft noch nicht zuordnen kann und/oder es überfordern.

Auch wenn wir Erwachsenen wütend sind, steckt in Wahrheit ein anderes Gefühl dahinter, welches oft nicht gesehen werden will. Welche Gefühle das sein können, das erfährst du hier:

Frustration

Wir kennen es doch alle: wenn etwas nicht so läuft oder funktioniert, wie wir es uns vorstellen, dann kann das ganz schön frustrierend sein. 

Das Kind will etwas basteln, aber dann tropft ständig der Kleber und ruiniert das Kunstwerk! 

Oder das Kind will selbst entscheiden wann es ins Bett geht, aber die Eltern bestehen darauf, dass es JETZT geht!

Auch wenn sich das Kind nicht verstanden fühlt, kann das sehr frustrierend sein!

Kinder können mit diesem Frust oft noch nicht umgehen und so äußert sich dieser oft in Wut.

Traurigkeit

Auch Traurigkeit kann hinter einem Wutausbruch stecken.

Traurigkeit zum Beispiel darüber, dass es

  • sich nicht geliebt fühlt
  • sich nicht gesehen fühlt
  • einen Verlust nicht verarbeitet hat
Was steckt hinter der Wut

Ohnmacht

Wir Eltern haben Macht über unsere Kinder, darüber dürfen wir uns bewusst werden und verantwortungsvoll damit umgehen!

Und genau diese Macht lässt unsere Kinder sich oft ohnmächtig fühlen, weil sie gerne selbst über sich bestimmen möchten, das ist aber natürlich nicht immer möglich.  Und diese Machtlosigkeit und das Gefühl von Ohnmacht zeigt sich oft in Wut.

Stress & Überforderung

Sowohl von Kindergartenkinder, als auch von Schulkinder wird oft ganz viel gefordert was oft zur Überforderung führen kann.

Die Kinder müssen im Kindergarten und in der Schule Regeln folgen, sich unterordnen und funktionieren. Das führt oft zu Überforderung, mit der die Kinder noch nicht umgehen können und es deswegen häufiger zu Wutausbrüchen kommen kann.

Angst

Angst und Wut sind oft schwer auseinander zu halten. 

Wenn ein Kleinkind z. B. weint, weil es beim Duschen Wasser über den Kopf bekommt, ist es oft pure Angst die sich zeigt und nicht ein trotziges kleines Kind, das einfach nicht Haare waschen will.

Wenn dein Kind wieder einen Wutanfall hat ...

Meine Einladung an dich, wenn dein Kind wieder einmal wütend ist – schau genauer hin!

Welches Bedürfnis, welche Emotion kann dahinter stecken?
Was braucht dein Kind jetzt damit es nicht mehr wütend sein muss?

Vielleicht erkennst du es, vielleicht aber auch nicht – ganz egal! Allein durch dein Wissen, dass hinter der Wut IMMER ein unerfülltes Bedürfnis steckt oder ein Gefühl, das gesehen werden will, kannst du mit mehr Verständnis dein Kind in seiner Wut begleiten.

Wie dein Kind einen gesunden Umgang mit seiner Wut findet

Unsere Kinder lernen durch Nachahmung – indem du dir selbst erlaubst auch mal wütend zu sein und du deinen guten Umgang damit findest, wird dein Kind genau das von dir lernen.

Das Wichtigste ist, dass dein Kind sich in seiner Wut gesehen und ernst genommen fühlt! Dass es spürt, dass es auch MIT seiner Wut geliebt wird!

Strengen dich die Wutanfälle deines Kindes an?

Dann melde dich gerne HIER bei mir und wir schauen gemeinsam, wie es für dich UND dein Kind zukünftig leichter gehen kann!

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