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bedürfnisorientierte kindererziehung

Mythos vs. Realität: 8 Vorteile und 8 Mythen über bedürfnisorientierte Kinderbegleitung

Bedürfnisorientierte Kindererziehung der modernen Zeit

Immer mehr Eltern machen sich darüber Gedanken, wie sie ihre Kinder bestmöglich begleiten können und entscheiden sich für die bedürfnisorientierte Kindererziehung. Jedoch gibt es auch Kritiker, die dieses Erziehungskonzept anzweifeln und behaupten, dass unsere Kinder dadurch verweichlichen und nicht auf das spätere Leben vorbereitet sind.

Lass uns gemeinsam eintauchen: Was bedeutet bedürfnisorientierte Erziehung genau? Welche wertvollen Ressourcen bietet sie um die Entwicklung unsere Kinder zu fördern? Und welche Mythen ranken sich rund um dieses Thema?

Was ist Bedürfnisorientierte Erziehung?

In der bindungs- und bedürfnisorientierten Kinderbegleitung geht es darum, dass das Kind als Ganzes, mit all seinen Bedürfnissen, sowohl physischen, emotionalen als auch physiologischen Bedürfnisse, gesehen und respektiert wird. Das Hauptziel der bedürfnisorientierten Erziehung liegt darin, dass eine gute Eltern-Kind-Bindung aufgebaut wird und sich das Kind in jeder Hinsicht gesund entwickelt.
Die bedürfnisorientierte Kinderbegleitung basiert auf einem respektvollen und achtsamen Umgang mit unseren Kindern. Auf einige Grundprinzipien möchte ich hier eingehen:
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8 Grundprinzipien der Bedürfnisorientierten Erziehung

1. Respekt

Die Bedürfnisse, Wünsche, Gefühle und Gedanken des Kindes werden wahrgenommen und respektiert.

2. Empathie und Verständnis

Durch viel Einfühlungsvermögen, können Eltern ihre Kinder besser verstehen und so gut auf die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Kindereingehen.

3. Ganzheitliche Begleitung

In der bedürfnisorientierten Begleitung geht es nicht nur um die physischen Bedürfnisse des Kindes, sondern auch um die emotionalen, sozialen und intellektuellen Bedürfnisse.

4. Freie Entfaltung

Das Kind wird dabei unterstützt sich in seinem eigenen Tempo zu entwickeln. Seine Interessen und Stärken stehen dabei im Vordergrund und werden gefördert.

5. Grenzen respektvoll setzen

Die Grenzen die gezogen werden, werden gezielt und achtsam gesetzt. Unnötige Machtkämpfe werden vermieden.

6. Gewaltfreie Kommunikation

Offene, gewaltfreie Kommunikation ist ein wesentlicher Aspekt in der bedürfnisorientierten Erziehung. Unsere Kinder lernen so ihre Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken und Konflikte gewaltfrei zu lösen.

7. Bedürfnisse priorisieren

Jedes Familienmitglied hat andere Bedürfnisse, und da alle Familienmitglieder mit ihren Bedürfnissen gleichwertig sind, ist es wichtig Kompromisse einzugehen die für alle stimmig sind. Die Bedürfnisse eines Babys sollten vorrangig gestillt werden, da es sich dabei um Grundbedürfnisse handelt. Je größer das Kind ist, umso mehr rücken auch wieder die Bedürfnisse der Eltern in den Vordergrund und es ist von großer Bedeutung hier eine gute Balance zu finden.

8. Bindung und Sicherheit

Ein Hauptziel der bedürfnisorientierten Kinderbegleitung ist es, eine gute Bindung zwischen Eltern und Kind aufzubauen, was wichtig für ein gutes Urvertrauen ist.

Jetzt konntest du dir schon ein erstes, wichtiges Bild über die bedürfnisorientierte Kinderbegleitung machen. Allein die Haltung und die Grundprinzipien sprechen schon für die bindungsorientierte Erziehung. Dennoch möchte ich hier noch explizit auf einige Vorteile näher eingehen:

8 Gründe die für eine bedürfnisorientierte Kinderbegleitung sprechen

1. Stärkung der Eltern-Kind-Bindung

Dadurch, dass die Bedürfnisse des Kindes erkannt und bestmöglich darauf eingegangen wird, fühlt sich das Kind von seinen Eltern gesehen und verstanden, was wichtig für eine starke Eltern-Kind-Bindung ist. Eine gute Eltern-Kind-Bindung sorgt wiederum für ein gutes Urvertrauen, welches essentiell für die gesunde Entwicklung des Kindes ist.

2. Entwicklung von gesundem Selbstwert, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen

Kinder, deren Bedürfnisse respektiert werden und so geliebt werden wie sie sind, mit all ihren Fehlern und Macken, lernen sich selbst anzunehmen und ihre Stärken zu erkennen. Dadurch entwickeln sie ein gesundes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein.

3. Selbständigkeit wird gefördert

Kinder, deren Meinungen ernst genommen werden und bei Entscheidungen berücksichtigt werden, lernen Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. (Anmerkung: Wenn die Kinder in Entscheidungen miteinbezogen werden heißt das nicht, dass wir Erwachsenen die Verantwortung abgeben. Die Verantwortung liegt immer noch beim Elternteil!)

4. Entwicklung von Selbstwahrnehmung und Selbstregulation wird begünstigt

In der Bedürfnisorientierte Erziehung lernen die Kinder ihre Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und zu regulieren. Somit lernen sie einen gesunden Umgang mit Frustration, Wut, Trauer, Angst und anderen Emotionen.

5. Förderung sozialer Kompetenzen

Dadurch, dass die Kinder mit all ihren Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen gesehen und respektiert werden, können sie auch Empathie und Verständnis für andere Menschen entwickeln.

6. Konfliktlösung und Kooperationsfähigkeiten werden ausgebaut

Kinder lernen von uns Erwachsenen wie sie mit Konflikten umgehen können. Werden Kinder bei Auseinandersetzungen respektvoll behandelt und ihre Wünsche und Bedürfnisse gesehen und diese bei Entscheidungen berücksichtigt, lernen sie selbst lösungsorientiert zu handeln und Kompromisse einzugehen.

7. Stärkung der Lernmotivation

Wenn die Interessen und Stärken der Kinder gefördert werden, entwickeln sie eine positive Einstellung zum Lernen und sind motiviert sich auch persönlich weiterzuentwickeln.

8. Entwicklung von Flexibilität und Anpassungsfähigkeit

In der bedürfnisorientierte Erziehung sind die Eltern flexibel und gehen auf die sich ändernden Bedürfnisse der Kinder ein. Dadurch wird auch die Flexibilität und Anpassungsfähigkeit der Kinder gefördert.
Du siehst, es gibt viele Gründe FÜR eine bedürfnisorientierte Kinderbegleitung. Dadurch, dass dieses Erziehungskonzept aber noch relativ neu ist, gibt es auch noch viele Skeptiker, die Angst haben, dass sich unsere Kinder dadurch zu egoistischen und unselbständigen Erwachsenen entwickeln. Daher möchte ich hier mit einigen Mythen rund um das Thema bedürfnisorientierte Erziehung aufräumen:


8 Mythen rund um das Thema Bedürfnisorientierte Kinderbegleitung

Mythos #1: Es gibt keine Grenzen und keine Regeln!

Tatsache: Auch in der bedürfnisorientierten Kinderbegleitung gibt es Grenzen und Regeln. Jedoch in einer anderen Form als bei autoritären Erziehungsstilen, bei denen es oft um das Durchsetzen von Prinzipien und Macht geht. In der bedürfnisorientiert Begleitung werden Grenzen offen, klar und mit viel Einfühlungsvermögen gezogen und kommuniziert.

Mythos #2: Das Kind bekommt alles was es möchte

Tatsache: In der bedürfnisorientierten Kinderbegleitung unterscheidet man zwischen Wunsch und Bedürfnis, wobei Wünsche nicht immer erfüllt werden, jedoch versucht wird, die Bedürfnisse der Kinder zu erkennen und zu respektieren.

Mythos #3: Es geht nur um die Bedürfnisse der Kinder

Tatsache: Mir ist es immer wichtig zu betonen, dass die Bedürfnisse ALLER Familienmitglieder wichtig sind! In der bedürfnisorientierten Erziehung geht es vor allem darum zu erkennen, welche Bedürfnisse gerade da sind, welches Vorrang hat und wie eine gute Balance zwischen den unterschiedlichen Bedürfnissen gefunden werden kann.

Mythos #4: Alles dreht sich nur um das Kind, dadurch wird es egoistisch und egozentrisch

Tatsache: Viele Eltern haben Angst, dass das Kind durch zu viel Aufmerksamkeit egozentrisch und egoistisch wird. Das kommt daher, dass sich die Kinder in der autoritären Erziehung, so wie wir sie gelernt haben, anpassen mussten und ihre Gefühle, Wünsche und Bedürfnisse wenig beachtet wurden. Ja, Kinder bekommen in der bedürfnisorientierten Kinderbegleitung mehr Aufmerksamkeit, jedoch in einem gesunden Maß, so wie sie es gerade brauchen um sich gut entwickeln zu können.

Mythos #5: Die Kinder werden verwöhnt

Tatsache: Kein Mensch, egal ob Baby, Kind oder Erwachsener, kann mit zu viel Liebe verwöhnt werden! In der bedürfnisorientierten Begleitung geht es darum, mit viel Liebe und Achtsamkeit auf das Kind, mit all seinen Gefühlen und Bedürfnissen, einzugehen. Dadurch wird das Kind nicht verwöhnt, im Gegenteil, so kann es eine vertrauensvolle Beziehung zu den Eltern und gleichzeitig ein gute Urvertrauen aufbauen.

Mythos #6: Die Kinder werden nicht selbständig

Tatsache: Das Gegenteil ist der Fall! Dadurch, dass Kinder in der bedürfnisorientierten Kinderbegleitung lernen ihre Bedürfnisse, Wünsche und Gefühle wahrzunehmen, auszudrücken und damit umzugehen, entwickeln sie ein gutes Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Das fördert ihre Selbständigkeit.

Mythos #7: Die Kinder erwarten, dass immer auf ihre Wünsche eingegangen wird

Tatsache: Wenn wir Eltern auf die Wünsche unserer Kinder eingehen und auch Kompromisse schließen, lernen sie genau das von uns. Die Kinder lernen so, dass jeder Mensch unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse hat und respektieren diese auch.

Mythos #8: Die Kinder werden im späteren Leben nicht zurecht kommen

Tatsache: Durch die bedürfnisorientierte Begleitung eignen sich die Kinder alle Fähigkeiten, die ich unter dem Punkt „8 Gründe die für eine bedürfnisorientierte Kinderbegleitung sprechen“ an. Dadurch sind sie für das spätere Leben als Erwachsener bestens vorbereitet!

Fazit:

Durch die liebevolle, achtsame und respektvolle Art der bedürfnisorientierte Kinderbegleitung wird die Bindung zwischen Eltern und Kind gestärkt, was die Entwicklung des Kindes positiv beeinflusst. Die Kinder bekommen so ein gesundes und starkes Selbstwertgefühl, Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen. Sie lernen, ihre eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und angemessen damit umzugehen.

Diese Art der Begleitung fördert auch die sozialen Kompetenzen und die Fähigkeit zur Konfliktlösung. Die Kinder werden motiviert zu lernen und entwickeln Flexibilität sowie Anpassungsfähigkeit für ihr zukünftiges Leben.

Ich hoffe, dass ich mit diesem Beitrag alle Missverständnisse und Zweifel hinsichtlich der bedürfnisorientierten Erziehung beseitigen konnte. Das Ziel ist nicht, die Kinder zu verwöhnen oder sie daran zu hindern selbständig zu werden. Ganz im Gegenteil: Grenzen und Regeln werden offen kommuniziert und die Bedürfnisse der gesamten Familie berücksichtigt.
Für mich ist es nur logisch unseren Kinder genau so viel Liebe, Respekt und Aufmerksamkeit wie Erwachsenen zukommen zu lassen, ganz egal wie sich diese Form von Begleitung nennt! Denn, wenn wir unsere Kinder lieben und akzeptieren so wie sie sind, mit all ihren Gefühlen, Wünschen und Bedürfnissen, können sie sich zu empathischen und sozialen Erwachsenen entwickeln und sind so bestens vorbereitet auf das spätere Leben!

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