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Trotzphase begleiten

ICH WILL ABER NICHT! – 10 TIPPS WIE DU EINEN MACHTKAMPF MIT DEINEM KIND VERMEIDEN KANNST (TEIL 2/2)

Weitere 5 Tipps und wie du diese umsetzt

In diesem Beitrag teile ich 5 weitere Tipps von insgesamt 10, wie du in herausfordernden Situationen mit deinem Kind reagieren kannst und so einen Machtkampf vermeidest! 
Die ersten 5 Punkte findest du in diesem Beitrag.

Zum Schluss erfährst du auch, wie du die insgesamt 10 Tipps in deinem Alltag anwenden kannst.

Lasst uns loslegen!

6. Beziehe dein Kind im Alltag mitein

Mit ca. 18 Monaten (manchmal auch schon viel früher) kommen unsere Kinder in die Autonomiephase. Das heißt, sie wollen immer öfter selbst entscheiden und vieles selbst machen. Deswegen ist es wichtig, das Kind im Alltag immer wieder bei Entscheidungen mit einzubeziehen. Denn wenn das Kind keine Entscheidungen treffen darf, kann das sehr frustrierend für das Kind sein!

Wird das Kind bei Entscheidungen miteinbezogen und darf es so oft wie möglich über sich selbst entscheiden, fühlt es sich gesehen und wertgeschätzt. So kann es auch leichter und öfter akzeptieren, wenn es in bestimmten Situationen das tun muss, was die Eltern sagen.
WICHTIG !!! Wir Eltern dürfen dabei NICHT die Verantwortung abgeben!

Lassen wir unsere Kinder mitentscheiden OHNE die Verantwortung abzugeben!

Die Angst der Eltern ist oft, dass das Kind dann IMMER und ALLES entscheiden will. So ist es aber nicht! Ein Kind kann die Situationen, wo es mitentscheiden darf und wo nicht, durchaus unterscheiden!

Aus meinem Leben

In Situationen, die (auch) meine Kinder betreffen und es möglich ist, beziehe ich sie in die Entscheidung mit ein. Das kann zum Beispiel sein:

  • Soll es Reis oder Nudeln zum Essen geben?

  • Welches Gewand soll es heute anziehen?

  • Fahren wir mit dem Roller oder mit dem Rad?

  • Machen wir einen Ausflug in den Zoo oder in das Schwimmbad?

Wichtig dabei ist natürlich, dass die angebotenen Optionen auch für uns Eltern passen!

Ich habe die Erfahrung gemacht, wenn mein Kind sich mit seinen Bedürfnissen und Wünschen gesehen fühlt und auch darauf eingegangen wird, kann es auch besser (und immer öfter) akzeptieren, wenn das nicht immer möglich ist.

Kind will mitentscheiden

7. Biete deinem Kind eine Auswahl bzw. eine Alternative an

Oft können wir eine Diskussion vermeiden, indem wir von vornherein eine Auswahlmöglichkeit anbieten. So ist das Kind damit beschäftigt sich zwischen zwei Dingen zu entscheiden und ist so etwas abgelenkt. Statt: „Zieh dir eine Jacke an“ könntest du gleich eine Auswahl anbieten: „Möchtest du die rote oder die blaue Jacke anziehen?“

Oder aber ihr sucht gemeinsam nach einer Alternative: „Möchtest du statt der Jacke lieber einen Pulli anziehen?“ Vielleicht ist die Jacke einfach unpraktisch und das Kind will sie deswegen nicht anziehen.

Manchmal braucht es gar nicht viel damit das Kind wieder kooperieren kann. Oft will es einfach nur gesehen werden und mitentscheiden!

Aus meinem Leben

Oft können wir eine Diskussion vermeiden, indem wir von vornherein eine Auswahlmöglichkeit anbieten. So ist das Kind damit beschäftigt sich zwischen zwei Dingen zu entscheiden und ist so etwas abgelenkt. Statt: „Zieh dir eine Jacke an“ könntest du gleich eine Auswahl anbieten: „Möchtest du die rote oder die blaue Jacke anziehen?“

Oder aber ihr sucht gemeinsam nach einer Alternative: „Möchtest du statt der Jacke lieber einen Pulli anziehen?“ Vielleicht ist die Jacke einfach unpraktisch und das Kind will sie deswegen nicht anziehen.

Manchmal braucht es gar nicht viel damit das Kind wieder kooperieren kann. Oft will es einfach nur gesehen werden und mitentscheiden!

8. Achte auf den richtigen Zeitpunkt

Vor allem abends, wenn es darum geht, das Kind bettfertig zu machen, kommt es besonders häufig zu Streitereien. Das liegt daran, dass sowohl das Kind, als auch die Eltern schon müde sind und die Kooperationsbereitschaft bei allen schon sehr niedrig ist.

In der Früh, wenn alle ausgeschlafen sind, ist der “Topf der Kooperationsbereitschaft” des Kindes (und auch unserer) noch gut gefüllt. Doch im Laufe des Tages wird dieser Topf immer leerer und irgendwann, vor allem wenn dann auch noch die Müdigkeit dazu kommt, ist er ganz leer.

Wenn du merkst, dass es zu einem bestimmten Zeitpunkt immer wieder zu Streitereien kommt, kann es sein, dass dein Kind zu dieser Zeit nicht mehr kooperieren kann. Achte in diesem Fall darauf, dass dein Kind noch nicht ZU müde ist um das Notwendige, wie z.B. Waschen und Umziehen, zu erledigen. Besser etwas früher bettfertig machen und danach noch etwas spielen.

Aus meinem Leben

Ich versuche darauf zu achten, dass es abends nicht zu spät wird. Wenn die Kinder nach dem Waschen und Umziehen noch zu munter zum schlafen sind, dürfen sie noch etwas spielen.

9. Lass 5 auch mal gerade sein ...

… und erlaube auch mal eine Ausnahme.

Es gibt so Tage, an denen geht einfach nichts mehr! Egal wie sehr man sich als Elternteil bemüht das Kind zur Kooperation zu bewegen, es will einfach nicht! Da kann es schon mal vorkommen, dass das Kind weint und brüllt weil es sich einfach nicht mehr waschen mag, die Eltern es aber als unabdinglich sehen.

Wenn du merkst, nichts geht mehr, dann lass auch mal 5 gerade sein!
Was ich damit sagen will ist, auch wenn dir grundsätzlich etwas sehr wichtig ist, was dein Kind machen soll, setze es in solchen Situationen, wo einfach nichts mehr geht, nicht um jeden Preis durch, sondern erlaube auch Ausnahmen.

Aus meinem Leben

Ein Beispiel aus meinem Leben:
Mir ist es sehr wichtig, dass meine Kinder sich abends waschen und ihre Zähne putzen. Doch wenn ich schon vieles versucht habe und merke, es geht einfach nicht mehr – mein Kind weint und brüllt nur mehr weil es einfach schon zu müde ist, dann darf es in Ausnahmefällen auch mal ungewaschen und mit ungeputzten Zähnen ins Bett gehen.

Ich gebe zu, das fällt mir dann auch nicht leicht, aber ich weiß, dass mein Kind keinen Schaden davon nimmt, wenn wir das Zähneputzen einmal ausfallen lassen.

Das ist natürlich die Ausnahme und kommt nicht jeden zweiten Tag vor. Aber hin und wieder ist das voll okay!

10. Sprich mit deinem Kind

Kommunikation ist das A und O – nicht nur zwischen uns Erwachsenen, auch mit unseren Kindern. Erkläre deinem Kind warum dir das gerade wichtig ist und was du von ihm möchtest. Verwende dabei einfache Wörter und halte dich kurz! Denn die Aufmerksamkeitsspanne bei Kindern ist noch sehr kurz, deswegen sollte die Erklärung nicht zu lang werden.

Keine falschen Erwartungen

Erwarte aber von deinem Kind nicht, nur weil du ihm erklärst warum du etwas bestimmtes von ihm möchtest, dass es das auch versteht und dann kooperiert!
Was bei deinem Kind auf jeden Fall ankommt, wenn du mit ihm sprichst ist, dass du es wertschätzt und auch seine Bedürfnisse siehst. Je nach Charakter und Alter des Kindes, kann es die Situation sehr entspannen, wenn man dem Kind eine Erklärung gibt, warum es etwas bestimmtes machen soll.

karin leidenfrost ausbildung zur familienberaterin

Aus meinem Leben

Bei meinem Sohn (jetzt 2 J.) beobachte ich schon sehr lange, dass er eher dazu bereit ist zu kooperieren, wenn ich mit ihm rede und ihm erkläre, warum ich das gerade von ihm möchte. Ich bin selbst oft überrascht, wie „vernünftig“ er oft ist und dann plötzlich doch mit mir zusammen arbeitet.

Wie kannst du diese Tipps in deinem Alltag umsetzen?

Ich habe dir jetzt einige Möglichkeiten aufgezeigt, wie du in Situationen, in denen dein Kind nicht das macht, was du gerne von ihm hättest, reagieren kannst.

Jetzt möchte ich dir gerne noch ein paar „Anwendungshinweise“ geben, die sehr hilfreich bei der Umsetzung sein können:

  • Mache dir eine Liste mit den Punkten und hänge sie dorthin, wo du sie immer wieder siehst. Damit du jederzeit nachschauen kannst, wie du JETZT reagieren kannst.

  • Probiere dich aus! Versuche in verschiedenen Situationen verschiedene Strategien anzuwenden und beobachte, was passiert. Je nach Kind, Herausforderung oder Tagesverfassung können unterschiedliche Strategien hilfreich sein.

  • Gib nicht auf! Auch wenn es nicht auf Anhieb klappt, bleib dran, und probiere es immer wieder aus.

  • Halte kurz inne! In einer Situation in der du mit deinem Kind nicht weiterkommst, nimm dich kurz zurück, atme tief ein und aus und frage dich innerlich, was es jetzt braucht, damit ihr die Situation gut lösen könnt. Wenn du magst, schau auf die Liste und entscheide intuitiv, was euch jetzt helfen könnte. Hast du die Liste nicht bei der Hand, vertraue dir und deiner Intuition, dass der richtige Impuls kommt.

Erziehungstipps in der Autonomiephase
  • Werde dir deiner Macht bewusst! Tatsache ist, dass wir unseren Kindern gegenüber Macht haben. Das Wichtigste ist, dass wir uns dessen bewusst sind, die Verantwortung dafür übernehmen und sie achtsam einsetzen.

  • Sei nachsichtig mit dir selbst! Verurteile dich nicht, wenn du in alte Verhaltensmuster fällst! Mach es dir bewusst und entscheide dich dafür, es das nächste mal besser zu machen. Neue Gewohnheiten brauchen Zeit und Übung!

  • Mache ein Spiel daraus! Versuche es locker zu nehmen und probiere spielerisch die verschiedenen Tipps aus. Wenn es klappt – Gratuliere! Und wenn nicht – dann nimm es mit Humor und versuche es ein anderes mal wieder!

Mit meinen Tipps mehr Leichtigkeit im Alltag mit deinen Kindern

Meine Tipps können vielleicht keine Wunder bewirken, aber sie können auf jeden Fall mehr Leichtigkeit in den Familienalltag bringen!

Es geht gar nicht darum, dass du sie von heute auf morgen perfekt umsetzen kannst.
Wenn du merkst, es ist nicht gut gelaufen und die Situation mit deinem Kind eskaliert, atme erstmals tief durch, reflektiere, was schief gelaufen ist und nimm dir vor, es morgen besser zu machen.

Wenn du feststeckst und nicht mehr weiter weißt, melde dich gerne hier bei mir und ich unterstütze dich gerne dabei alte Erziehungsmuster loszulassen damit du dein Kind liebevoll und achtsam begleiten kannst.

Ich wünsche dir viel Spaß beim Experimentieren!

Wünschst du dir mehr Freude und Leichtigkeit im Familienalltag?

Dann bist du bei mir genau richtig!

Ich bin Karin, Familienberaterin, Schlafcoach und selbst Mama von 2 Kindern. Ich unterstütze dich dabei neue Wege zu erholsameren Schlaf und ein entspanntes und harmonisches Miteinander mit deinem Kind zu finden.

Weil Eltern-Sein NICHT anstrengend sein muss!

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