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Baby Led Weaning

Beikoststart und die Vorteile von BLW (Baby Led Weaning)

Beikoststart - ein Meilenstein in der Entwicklung

Als frischgebackene Mama kann man es oft nicht erwarten, bis das Baby den nächsten Entwicklungsschritt macht. Ein ganz wichtiger Meilenstein in der Entwicklung von Babys ist natürlich, wenn sie anfangen zu essen!

Doch sobald man sich mit dem Thema Beikost etwas näher beschäftigt, kann es ganz schön kompliziert werden: Wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt für das erste Essen? Und was kann ich meinem Baby geben? Klassisch Brei? Oder doch lieber Fingerfood? Was darf es denn essen? Was soll man lieber meiden?

In diesem und einen weiteren Beitrag möchte ich darauf eingehen, wann der richtige Zeitpunkt für den Beikoststart ist, was genau BLW (Baby Led Weaning) ist und warum ich mich für diese Essensform entschieden habe.

Der richtige Zeitpunkt für Beikost

Lt. Industrie sollte man so früh wie möglich mit Beikost starten! Und dann natürlich mit Brei. Da gibt es nämlich Gläschen, die man schon ab 4 Monaten geben kann.
Meiner Meinung nach ist das viiieeeel zu früh! Sollte ein Baby wirklich schon mit 4 Monaten beikostreif sein, dann ist es eine ganz seltene Ausnahme.

Die WHO empfiehlt 6 Monate voll zu stillen (oder Pre-Nahrung) und dann erst mit Beikost zu beginnen! Hier kommst du zum entsprechenden Artikel mit der Empfehlung: Breastfeeding (who.int)

Warum wird dann damit geworben, dass Babys ab 4 Monaten mit dem Essen beginnen können?
Weil hinter der Babynahrungsindustrie eine einflussreiche Lobby steht, die großes Interesse daran hat, dass die Babys so früh wie möglich mit dem Essen beginnen! Denn je früher sie essen, umso mehr Geld kann mit dem gesamten Beikost-Sortiment verdient werden.

Soviel dazu! Aber wann ist jetzt wirklich der richtige Zeitpunkt? 

Ich denke der Richtwert der WHO, mit 6 Monaten, ist ein ganz guter. Das Wichtigste ist jedoch nicht das Alter des Kindes, sondern ob es alle Beikostreifezeichen erfüllt. 

Familienberatung Karin Leidenfrost

Allgemeine Beikostreifezeichen

Es gibt allgemeine Beikostreifezeichen an denen man erkennt, wann das Baby bereit ist für feste Nahrung. Diese möchte ich hier gerne mit dir teilen:

  • Das Baby kann den Kopf selbst unter Kontrolle halten.
  • Dein Baby kann alleine oder mit leichter Unterstützung sicher auf dem Schoß eines Erwachsenen sitzen.
  • Das Baby kann selbstständig nach Nahrung greifen und diese in den Mund bringen. Die Koordination von Mund, Hand und Augen funktioniert also so gut, dass es dies alleine machen kann.
  • Dein Baby hat den Zungenstoßreflex vollständig verloren. Das bedeutet, dass nichts, was an/in den Mund gehalten wird, automatisch mit der Zunge wieder rausgeschoben wird.
  • Das Baby zeigt deutliches Interesse am Essen am Familientisch (nicht nur an der Bewegung beim Essen).
  • Das Baby macht Kaubewegungen.

Die meisten Babys erfüllen die Beikostreifezeichen mit ca. 6 Monaten. So wie überall sind manche etwas früher dran und manche später.

Ich rate dringend davon ab mit dem Essen zu beginnen, so lange diese Reifezeichen noch nicht erfüllt sind. Ein zu früher Beikostbeginn kann langfristige folgen haben:

  • es können Allergien ausgelöst werden,
  • zu frühes Essen führt zu einer unnötigen Belastung der Nieren und
  • kann noch unreife Darmenzyme überfordern (Bsp. Zöliakie)

Solange dein Baby bei Bedarf gestillt wird oder ein Fläschchen PreNahrung bekommt, wird es auch alle nötigen Nährstoffe bekommen – mach dir deswegen keine Sorgen!

Ich hatte mir bei meinen beiden Kindern ganz fest vorgenommen 6 Monate voll zu stillen und dann erst langsam mit dem Essen anzufangen.
Bei unserer Tochter haben wir dann auch mit knapp 6 Monaten gestartet und unser Sohn hat sich mit 5 1/2 Monaten einfach was vom Teller geschnappt und gegessen. Damit hat er uns gezeigt, er ist soweit! 

Familienberatung bedürfnisorientierte Erziehung

Bevor meine Große zu essen begonnen hat, habe ich mich natürlich auch mit diesem Thema beschäftigt.
Für mich war von Anfang an klar, dass ich mein Baby nicht mit Brei füttern möchte, sondern dass ich BLW mache.

Baby Led Weaning (BLW) - was ist das?

Baby led weaning (oft kurz BLW genannt) heißt so viel wie „vom Baby gesteuerte Beikosteinführung“.

Dabei essen die Babys von Beginn an am Familientisch mit. Das heißt, sie bekommen nicht Brei gefüttert sondern beginnen gleich mit fester Nahrung („Fingerfood“).

Natürlich gibt es dabei ein paar Punkte zu beachten, aber das ist gar nicht so kompliziert wie es sich vielleicht anhört. Ganz im Gegenteil, ich fand das Thema Brei (wann, welcher Brei gefüttert wird) viel komplizierter!

Die Vorteile von blw

  • Das Baby isst selbst und kann so die einzelnen Lebensmittel kosten und erforschen (Konsistenz, Form, Struktur, Optik, Geruch, wie verhält es sich im freien Fall). Das kann dazu beitragen, dass es später einmal nicht so wählerisch bei Nahrungsmitteln ist.
  • Selber essen fördert die Augen-Hand- bzw. Hand-Mund-Koordination.
  • Selber essen stärkt das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen, weil das Baby es schafft sich eigenständig etwas in den Mund zu stecken und es genauso isst wie die anderen Familienmitglieder am Tisch.
  • Das Baby verbindet essen mit Spaß und wird das Essen daher weniger verweigern, weil es selbst entscheiden kann was und wieviel es isst.
  • Das Kind kann so ein gesundes Essverhalten entwickeln, weil selbst bestimmtes essen auch bewusstes essen bedeutet.
  • Das Baby lernt früh mit Gabel und Löffel umzugehen (sofern es Besteck zur Verfügung gestellt bekommt).
  • Das Kind lernt früh mit den unterschiedlichsten Strukturen umzugehen und wird so zu einem sicheren Esser (in Hinblick auf Verschlucken).
  • Das Kauen auf der Zahnleiste oder am Gaumen (ja, es geht auch ohne Zähne!) stärkt die Gesichtsmuskulatur. Das kann sich positiv auf die Sprachentwicklung auswirken.
  • Kein aufwendiges Brei kochen, bzw. spart man sich viel Geld wenn man keine Gläschen kaufen muss.

Was könnte gegen BLW sprechen?

  • Anfangs landet noch mehr am Boden als im Magen, deswegen kann man nicht genau nachvollziehen, wieviel das Baby tatsächlich gegessen hat.
  • Da das Baby vom Essen noch nicht satt wird muss es noch weiter gestillt werden.
  • Kritiker behaupten, dass die Kinder nicht gut mit Eisen und Nährstoffen versorgt werden. Das sehe ich anders, denn wenn weiter gestillt wird, bekommen sie alles was sie brauchen von der Muttermilch. Und die Eisenvorräte in der Muttermilch sind auch nicht von einem Tag auf den anderen plötzlich aufgebraucht. Außerdem beginnt die Verdauung bekanntlich ja schon im Mund und durch das Kauen des Essens werden auch schon Vitamine und Nährstoffe aufgenommen.
  • Das Essen kann in einem ganz schönen Chaos enden, weil anfangs einfachviel am Boden landet.
    ABER: dafür lernen sie schneller selbständig mit Besteck zu essen!
Beratung für Baby

Warum ich mich für BLW entschieden habe

Für mich war es einfach nur logisch BLW zu machen, weil ich meine Kinder dahingehend begleiten möchte selbständig zu werden. Und dadurch, dass sie bei BLW selbst essen (mit Unterstützung, wenn das vom Baby gewünscht wird) und nicht gefüttert werden, kann ich diesen Prozess so gut unterstützen.

Ich persönlich habe mit meinen beiden Kindern sehr gute Erfahrungen mit Fingerfood gemacht und würde es bei jedem weiteren Kind wieder so machen!

Du möchtest wissen wie du mit BLW starten kannst und worauf du achten musst?

In diesem Blogbeitrag gehe ich auf diese Fragen ein.

Außerdem teile ich meine Erfahrungen mit BLW und wie meine Kinder davon profitiert haben. Bis zum nächsten Mal!

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